19.03.2013 - Anhörung zur TBR im EU Parlament

Dr. Farsalinos war am 19.3.13 bei der Anhörung - zur Regulierung der E-Zigarette in der TBR - im EU Parlament und hat Stellung bezogen.

Nachstehend eine deutsche Zusammenfassung des Gesprächs:
(Quelle: Übersetzung eines Forenusers)

http://www.europarl.europa.eu/document/activities/cont/201303/20130319ATT63513/20130319ATT63513EN.mp3

Die Zusammenfassung:
Zunächst spricht die Dame vom Komitee und weist darauf hin, dass sie nicht dazu da ist Fragen zur geplanten Richtlinie zu beantworten, sondern Informationen von den verschiedenen Vertretern und Verbänden zu erhalten, welche sie dem Parlament vorlegen wird.

Danach spricht eine Dame vom ECITA
Sie sagt, dass der Verband dabei behilflich sein möchte die E-Zigarette Industrieseitig so zu regulieren, dass die Behörden den Bürgern eine gewisse Sicherheit über die E-Zigarette vermitteln können. Sie weist darauf hin, dass die Regulierung als "Consumer Product" angestrebt werden muss, anstatt es als medizinisches Produkt zu regulieren. Dabei gibt sie zwei Ansätze: Entweder die E-Zigarette aus der Tabakproduktrichtlinie raus nehmen, da es erwiesenermaßen kein Tabakprodukt ist, oder die die Nikotinmenge auf "5% weight by volume", (was 50 mg/ml sein müsste) rauf zusetzen.

Als nächstes ein Herr von elife
Auch er spricht sich dafür aus es unter den bisherigen Regularien als "Consumer Product" zu halten.
Er schildert, dass es bereits Gerichtsentscheidungen gibt, die sagen, dass man es nicht als Tabakprodukt einstufen kann. Er schildert welchen enormen Nutzerkreis die E-Zigaretten bereits in England und anderen Ländern haben. Er spricht über die Ökonomischen folgen, sollte es eine Regulierung wie bislang angestrebt geben. Der beste Satz (ich versuche ihn mal auf die Reihe zu bekommen): WENN die E-Zigarette eine Ausstiegsmöglichkeit aus der Tabakzigarette ist, dann haben sie ein sich selbst finanzierendes Entwöhnungsprogramm, welches sich lohnt genauer anzuschauen. (Klingt auf English besser, aber Inhaltlich müsste es so stimmen). Er spricht auch darauf an, wieviele Zigaretten dann wieder in Umlauf gebracht werden, sollten die E-Zig nutzer durch die Wegregulierung der E-Zigarette wieder auf Tabakzigaretten umsteigen müssen.

Als nächstes kommt ein Herr vom Esigbond
Er zeigt einen Vergleich zwischen der E-Zigarette und der Tabakzigarette auf. Er geht dabei auf die unterschiedliche Wirkungsweise des Nikotin ein. Er sagt in man sollte die Aufnahme von Nikotin mittels E-Zigarette im Verhältnis zu den Schädigungen der Tabakzigarette betrachten. Sein zweiter Punkt ist, dass es nicht dem Parlament obliegt eine Entscheidung zu treffen ob die E-Zigarette ein medizinisches Produkt ist, da bereits der EUGH festgelegt hat, was ein medizinisches Produkt ist. Er sagt, dass die Regierung in den Niederlanden versucht hat es als medizinisches Produkt zu deklarieren und gescheitert ist, was zur Folge hat, dass es nun frei Verkäuflich ist (auch für Kinder) und das dies dem Esigbond nicht gefällt und hier ein Regulierungsbedarf besteht.

Als nächstes spricht ein Vertreter aus Griechenland, dessen Verband ich jetzt nicht auf die schnelle gefunden habe (Vielleicht der hier).
Er weist darauf hin, dass die E-Zigarette eine Alternative zur Tabakzigarette ist und somit ein Genussmittel. Die angestrebte Regulierung würde mehrere wieder zu Tabakzigarette treiben und er fragt das Komitee, wer die ethische Verantwortung hierfür übernehmen möchte. [b]Dann übergibt er an Dr. Farsalinos[/b]

[Anmerkung der Redaktionl: Das ist der nette Kardiologe aus Griechenland, der immer die für uns so vorteilhaften Studien veröffentlicht.]

Dieser gibt als erstes an, dass er dem Verband nicht angehört und auch keine Zahlungen vom Verband erhalten hat. Er ist aus eigenen freien Stücken dort (nur um einen möglichen Interessenskonflikt vorzubeugen). Als erstes geht er auf die EU festgelegte Richtlinie ein, was ein medizinisches Produkt ist. Er spricht über 20% die es schaffen aufzuhören (ob mit oder ohne Hilfsmittel) und er spricht darüber, dass die E-Zigarette ein Mittel für die restlichen 80% wie geschaffen ist. Er geht auf die doppelte Wirkungsweise ein. Den Habitus beizubehalten und das Nikotin aufnehmen zu können. Er sagt auch, dass das nicht einmal das Nikotin ein Problem der E-Zigarette darstellt und dass er dies später durch Daten aus klinischen Untersuchungen belegen wird. Des weiteren spricht er darüber, dass es nicht einen dokumentierten Fall gibt bei dem ein Nutzer durch die E-Zigarette abhängig geworden wäre. Er gibt an, dass es keinen Blutdruckanstieg beim Nikotinkonsum mittels E-Zigarette gibt. Er beschreibt, dass 95% der Nutzer von E-Zigaretten (aus seiner Befragung) 18 mg/ml oder 24 mg/ml nutzen und selbst nach 7 Monaten nur 9% mehr 4 mg/ml oder weniger Verwenden.

Beliebt hat er sich allerdings nicht gemacht, da er unbedingt die Redezeit überschreiten musste.

Danach kam ein Herr von NJoy
Er spricht darüber, dass es in den vergangenen 8 Jahren in Amerika nicht vorgekommen ist, dass Nichtraucher über die E-Zigarette zur Tabakzigarette gekommen ist. Er fordert eine Qualitätskontrolle der Produkte, jedoch keine Regulierung, wie sie derzeit angestrebt ist. Das Ziel muss sein, die Tabakzigarette unnötig zu machen und die E-Zigarette kann ein Weg dahin sein. Die E-Zigarette hat nicht das Problem hervorgerufen und es auch nicht verstärkt, aber es kann die Lösung sein. (So der Konsens).

Danach kommt ein Herr von TVECA.
Auch hier wieder: Kein Medizinprodukt inkl. der uns bekannten Begründung.

Danach kommt der VdEH
Er zitiert einige Studien und weist darauf hin, dass anhand dieser Studien es keinen Grund gibt die E-Zigarette derart zu regulieren und erst recht nicht unter dem Aspekt der Gesundheitsprävention. Er gibt an, dass es ein EU Recht ist, frei entscheiden zu dürfen was man zu sich nimmt. Des weiteren spricht er über eine Studie aus Japan in der bewusst ein Verdampfer außerhalb seiner Spezifikationen betrieben wurde und es selbst dort nicht zu nennenswerten "giftigen" Stoffen gekommen ist und verweist darauf, dass E-Zigaretten "sicher" sind.

Eine Frage der Komission ist: Stimmt es, dass bei einigen Liquids die Angaben des Nikotingehaltes nicht mit dem Inhalt übereinstimmen?
Eine weitere Frage: Wie schwer ist es eine medizinische Zulassung zu bekommen, da einige Hersteller angeblich diese bereits anstreben?
Weitere Fragen:
Wieso müssen Liquids nach Erdbeere oder solcherlei Aromen schmecken?
Wie teuer ist so eine E-Zigarette?
Manche Dr. geben an, dass es aufgrund fehlender Regulierungen keine Qualitätssicherheit gibt. Ist dem so?
Wie kann sichergestellt werden, dass in Zukunft nicht Jugendliche angesprochen werden?

Einige Antworten:
Es gibt aus den Erfahrungen die in den USA gemacht wurden keinen Hinweis darauf, dass Jugendliche mit der E-Zigarette angefangen haben zu Rauchen.
Aromen sind nicht der Schlüssel zum Produkt.
Angemessene Regulierung ist die Abgabe an Personen über 18 Jahren.
Es gibt Befragungen in denen gezeigt wird, dass jugendliche nicht von E-Zigaretten angesprochen werden.
In einer Zigarette befinden sich ungefähr 10 mg Nikotin. Der Grund weshalb nur 1 MG auf der Verpackung angegeben sind, liegt an der längst überholten Messmethode.
Es gibt keine Fälle von Nikotinvergiftung bei ordnungsgemäßen Gebrauch.
Wenn es als medizinisches Produkt eingestuft wird, wird es vor Gericht scheitern und es wird keinerlei vernünftige Regulierung geben. Es müssen Standards festgelegt werden. Altersfreigaben - Qualitätskontrollen - Verpackungsangaben. Das sind die Punkte, die in die Tabakproduktrichtlinie gehören.

Es ist extrem Wichtig die E-Zigarettennutzer nicht zu kriminalisieren, denn das wird einen deutliche negativeren Effekt haben.
Es gibt in GB eine einzige Firma die eine Einstufung als Medizinprodukt anstrebt und dies ist ein Ableger der Zigarettenindustrie - daraus können sie ihre eigenen Schlüsse ziehen.